Monat: Juli 2017

31.07.2017

Es geht um mehr als die Zukunft von Fake News, denn das die Massenmedien eine historische Ausnahme waren, wird immer deutlicher. Das Erfahrbare verliert zunehmend seine Beweiskraft und wirft uns auf die unmittelbare Erfahrung zurück, die im Bewusstsein ihrer Manipulierbarkeit unsicher auf der Schwelle zur Welt verharrt. Es zählt die Erinnerung an das, was wir Wissen nannten. Was wird aus dem, was wir dem scheinbar klaren Bild dieser Welt verdanken? Glaubwürdigkeit wird keine journalistische, sondern eine technische Herausforderung. Die Illusion von Authentizität in den Händen weniger. Realität muss man sich leisten können.

 

30.07.2017

Molchow ist ein Ortsteil von Neuruppin im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Molchow hat meine Armbanduhr auf dem Gewissen, aber das kann ich der Katze nicht anhängen. Sie hat mir nichts getan. Der Pflaumenkuchen und das Kajak auch nicht. Die Verbindung ist trotzdem unübersehbar.

29.07.2017

Nathan Hill: Geister (OT: The Nix)

Trotz erheblicher Übersetzungsprobleme eine unterhaltsame Wegleselektıüre mit einem etwas anstrengenden Didaktiküberschuss. Wer weder in das Ende seiner Geschichte, noch in seine LeserInnen vertraut, muss halt nachhelfen.

28.07.2017

Gedanken, die ich auf YouTube wegklicke und die ich dir – wenn du mir von ihnen aus der U-Bahn erzählst – für uns zeitkritisch und mitleidig wegrationalisiere. Und dann vor dem Spiegel

27.07.2017

Flucht in das Unpolitische. Nichts zu sagen oder zu behaupten ist zumindest sicher. Als Strafe für das unreflektierte Schwelgen in unfeinen Gedanken reist dann die Hose. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.

26.07.2017

Ja, aber

 

25.07.2017

Wenige Bücher heute sind entschuldbar. Schwärze auf der Leinwand, Stille auf dem Bildschirm, ein leeres Blatt Papier sind vielleicht noch möglich. Es besteht kaum Verbindung zwischen Wahrheit und sozialer ›Realität‹. Den Pseudo-Ereignissen um uns passen wir uns an im falschen Bewusstsein, sie seien wahr, real und sogar schön. In der menschlichen Gesellschaft liegt Wahrheit jetzt weniger in dem, was die Dinge sind, als in dem, was sie nicht sind. Im Lichte der verbannten Wahrheit sehen unsere sozialen Realitäten häßlich aus; Schönheit ist kaum noch möglich, falls sie nicht Lüge ist.

Was tun? Wir, fast noch im Leben, im Herzland eines alternden Kapitalismus – können wir mehr tun, als den Niedergang um und in uns zu reflektieren? Können wir mehr tun, als unsere traurig-bitteren Lieder von Desillusion und Niederlage zu singen? […]

Ronald D. Laing, Phänomenologie der Erfahrung, 1967.