Keine Ahnung, wie spät es ist oder wie der Satz angefangen hat, es ist Montag, das weiß ich, wir haben zwei Wochen geschafft, ich verbringe so viel Zeit mit dir wie sonst nur im Urlaub und ich vermisse dich trotzdem schon.
15.02.2026
Wollen wir uns gleich zum Eisbaden treffen? Ich weiß noch nicht, wann wir loskommen, ob wir es überhaupt bis zum See schaffen, wie lange wir bleiben können und wie hektisch der Aufbruch danach sein wird, aber es würde mich sehr freuen, dich kurz zu sehen und zu wenig Aufmerksamkeit für dich zu haben.
14.02.2026
Geräusche, die sie im Schlaf macht:
- Unzufriedener alter Mann im Eiscafé
- Schnarchendes Meerschweinchen
- Erschrockener Seehund
- Quietschende Tür im Altbau
- Röchelnder, verstopfter Abfluss
- Schlauch bei der Suche nach dem Loch
13.02.2026
Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass ich mit diesem quiekenden, grunzenden und sabbernden Haufen Glückseligkeit verwandt sein soll. Aber so funktionieren Spiegel halt.
12.02.2026
Bäuchlings auf meinem Arm sieht sie aus wie ein Surfer.
Total high.
Yogis sitzen Jahre auf ihren Kissen, um eins mit der Welt zu werden.
Sie kennt es noch nicht anders und es klingt sehr anstrengend.
Nach Transzendenzbauchweh.
11.02.2026
Ein erster vorsichtiger Spaziergang in größer werdenden Kreisen um die Wohnung, besser vorbereitet und mit mehr Sicherheitschecks als jeder Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation, mit einer stehenden Leitung in die Kommandozentrale und permanenter Überwachung der Lebenszeichen, aber die Astronautin verschläft alles.
10.02.2026
Heimvideogrüße aus dem letzten Jahrtausend.
Schon mit zwei Jahren habe ich viel zu sagen,
und es ist nicht immer ganz klar was.
An vieles erinnere ich mich sehr genau:
Wie unterschiedlich jeder Raum roch,
an die Steigung der Straße,
die Form der Nachtischlöffel,
die quietschenden Gästebetten im Keller
und den Panzer der Schildkröte im Winterschlaf.
Nur die Gesichter hat die Zeit überschrieben.
So lächeln auch die Lebenden nicht mehr.