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[fach]blog [für [m[einen]] [all]tag]

13.12.2019

Meg Stuart & Jompet Kuswidananto / Damaged Goods: Celestial Sorrow

Ich lasse mich mehrmals von dem Gedanken ablenken, dass die Hose etwas spannt. Nicht auch noch diese. Aber das kommt davon, wenn man unterwegs isst, und zu ungesund und im Laufen und unregelmäßig und aus Erschöpfung oder nur um etwas zu Kauen und zu schmecken. Warum kann ich nicht aussehen wie der Tänzer? Der hat im Gegensatz zur mir auch eine Frisur und wahrscheinlich auch einen Kleidungsstil.

Ich lasse mich auch von den Kindern in meiner Reihe ablenken und von dem Lichtdesign und von der Musik, obwohl das eigentlich kein Ablenken ist, weil die Musiker mit auf der Bühne stehen und die Lichter und das Klanggeschehen genau so spielen wie die Performer:innen, aber entweder die einen zu dominant, oder die anderen zu langweilig. Die zwei Momente, die mich fesseln, sind die tragisch-komischen. Das ist ihre Stärke. Sie kann den von Ambientdröhnen unterlegten, ganz viel spürenden Blicken ins Nichts ihre Leichtigkeit zurückgeben. Einmal kriechend und einmal eine Karaokebox vor sich herschiebend.

Am Ende probiere ich aus mit der linken Hand in die Rechte zu klatschen. Es fühlt sich vornehm an, aber falsch. Ich hoffe, niemand hat mich beobachtet.

12.12.2019

(Digitales) heimeliges Gelaber statt [indistict chatter]

11.12.2019

Blankounterschrift

10.12.2019

Ungläubige Blicke.

Ihr seid extra aus Berlin gekommen?

Ja. Betriebsausflug mit dem Reportermikrofon in der Hand.

09.12.2019

Eine Mail (Lieber Herr X, hier schon mal was zum Lesen für unseren Termin am Mittwoch), eine Telefonat (… ich muss die Reservierung für das Studio heute leider wieder absagen …) und dann ein nachgeholter Sonntag.

08.12.2019

Überraschend lang geschlafen gefolgt von unerwarteter Zärtlichkeit, Musik aufgedreht, Olli Schulz im Seniorenheim: Kümmelschnaps aufs Leben, Nudeln, Moleskine Daily Planer (ALPEN-Methode) beim verkaufsoffenen Christmas Shopping im KaDeWe, Quarkbällchen und Tränen trocknen auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, fettiges Fast-Food gegen die Erschöpfung, wirklich einfach mal auflegen,  Lovers in Auschwitz, Reunited 72 Years Later, Organic Sleepy Me Entspannungstee, Zur Erinnerung “Als ungelesen markieren”.

07.12.2019

Domestic cozy is in an attitude, emerging socioeconomic posture, and aesthetic, that is in many ways the antithesis of premium mediocrity. […]  It prioritizes the needs of the actor rather than the expectations of the spectator. It seeks to predictably control a small, closed environment rather than gamble in a large, open one. It presents a WYSIWYG facade to those granted access rather than performing in a theater of optics. Premium mediocre seeks to control its narrative. Domestic cozy is indifferent both to being misunderstood and being ignored. Instagram, Tinder, kale salads, and Urban Outfitters are premium mediocre. Minecraft, YouTube, cooking at home, and knitting are domestic cozy. Steve Jobs represented the premium that premium mediocrity aspired towards. Elon Musk represents the relaxed-playfulness-amidst-weirdness at the heart of domestic cozy. Premium mediocre looks outward with a salesman affect, edgy anxiety bubbling just below the surface. Domestic cozy looks inward with a relaxed affect. A preternaturally relaxed affect bordering on creepy. One best embodied by the rise of the ASMR-like sensory modality (which even the NYT has noticed) that has come to be known as oddly satisfying. […] Premium mediocrity expends enormous energy preserving the illusion of normalcy. Domestic cozy slouches into the weirdness and simply ignores it, preferring to construct sources of comfort rather than trying to make sense of the weirdness in the environment. Premium mediocrity strains to pretend it understands what is going on. Domestic cozy openly acknowledges it has no clue, and simply seeks to preserve equanimity, if not sanity. Premium mediocrity is edgily neurotic. Domestic cozy is blissfully psychotic.

Domestic cozy sind (Just-Chatting-) Twitch Streamer:innen und (Laber-) Podcasts. Die überschminkte Streamerin, die bei gut ausgeleuchtetem Kerzenschein an ihrem Lebkuchenhaus bastelt, versucht mit premium mediocre Strategien im Cozy-Ozean aufzufallen. Und es funktioniert (auf eine Art in diesem Moment, zumindest was die Klicks betrifft) und es ist schrecklich anzusehen.