Am Ufer sitzen Leute und schauen schweigend dem Kran zu, wie er im Abendlicht Kohle vom Schiff aufs Förderband des Kraftwerks schaufelt. Ein bekannter DJ stochert in seinen Pommes, die Currywurst ist aber noch unangerührt. Er trägt keine Kopfhörer, was mich wundert, aber hört trotzdem eine Menge.
28.09.2026
Weil die Boxen auf dem E-Piano stehen, klingt es manchmal so, als würde ein Geist Klavier spielen. Zum Glück übt er genau wie ich nicht besonders oft.
27.09.2026
Beim Aufschreiben von Restaurantempfehlungen Fernweh bekommen, zum Kühlschrank wackeln und die Tanzkurse vermissen, dramatisch auf einen der Stühle fallen und überlegen, wann ich das letzte Mal im Theater war, filmreif seufzen und beim letzten Kinobesuch endgültig passen müssen.
26.09.2026
Bis Hüfthöhe mit einem Diamantschleifer alle Kanten entfernen, alles bewegliche festkleben und jede Lücke mit Bauschaum ausfüllen. Jetzt ist die Wohnung krabbelsicher, aber leider auch extrem langweilig (und etwas giftig).
25.09.2026
Jetzt, wo die Abende wieder kühler werden, rückt man im Chat der Siedlung zusammen. Sich zu echauffieren kann schließlich auch ein gemeinschaftsstiftendes Hobby sein, bei manchen gar eine Kunstform.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das Kernproblem, dass es nicht für jedes der neuen Straßenschilder ein eigenes Bürgerbeteiligungsverfahren gab und dass einmal getroffene Entscheidungen für die nächsten einhundert Jahre nicht mehr verändert werden können.
Selbst auf der niedrigsten untersten Ebene werden dem Bürger Ergebnisse vor den Latz geknallt und verwandeln ihn in einen dumpfen staatsverdrossenenen Befehlsempfänger. Das ist finsteres Mittelalter! Zwei Daumen hoch. Ein Herz.
24.09.2026
Das Krabbelkind hat in etwa die Geschwindigkeit
eines trägen Pinguins oder einer unentschiedenen Ente.
Zielstrebig die Welt zum Schnabel führend,
gedanklich längst am Watscheln.
23.09.2026
„Jetzt hat es Google Maps endlich verstanden“, sagte er, bevor er nach zwanzig Minuten hinter Treckern auf romantisch mäandernden Dorfstraßen wieder an derselben gesperrten Autobahnauffahrt stand.
„Noch drei Stunden, dann sind wir zu Hause.“