16.10.2021

Hallo mein Name ist Freerk und ich habe euch heute einen ganz besonderen Aufguss mitgebracht: Wasser. Habt ihr noch Fragen nein super, dann wünsch euch schon mal viel Spaß und wir legen los.

15.10.2021

Als ich frustriert aus dem Schuhgeschäft komme erklärt die eine Stimme im Podcast auch gerade wie Déjà-vus funktionieren. Die Hoffnung in den günstigen und/oder nahegelegenen Laden etwas passendes in meiner Größe zu finden ist einfach größer und der Besuch des Premiumgeschäfts daneben zu einschüchternd. Ich bin mir sicher es gibt hier irgendwo den exakt gleichen Eintrag, aber ich traue mich nicht zu suchen, weil ich dann ja schwarz auf weiß hätte, dass ich einfach nicht aus meinen Fehlern lernen will. Also doch Online. Wenn mir die Sommerschuhe einer Marke passen, dann ja vielleicht auch das Wintermodell.

14.10.2021

„Wir halten uns bange fest an dem goldenen Seil und widerstreben dem Aufbruch.“, schreibt Hilde Domin und ich hatte es mir nie so kratzig, nie aus Hanf oder Jute geknüpft vorgestellt. Jetzt verstehe ich: „Aber es reißt. Wir treiben hinaus: hinweg aus der gleichen Stadt, hinweg aus der gleichen Welt, unter die gleiche, die alles vermengende Erde.“

13.10.2021

Dir wird vertraut, du wirst geliebt, du tanzt und hast Ausblick auf den Urlaub.
Genussvoll Dinge absagen und ein bisschen damit prahlen.

12.10.2021

Ich gebe zu, ich hatte den Beschreibungstext nicht besonders aufmerksam gelesen. Aber an dem Tag, an dem ich den Tanzkurs gebucht hatte, war ich auf vielen Seiten von Tanzstudios unterwegs gewesen, und meistens sind diese Kurse eben am Abend. Dass der heute um 9:45 und nicht 19:45 beginnt, hatte ich dann aber zum Glück gerade noch rechtzeitig bemerkt, um mein Vormittags- und Nachmittagsprogramm tauschen zu können.

Der Kurs ist ausgebucht. Inklusive Trainerin sind wir zu fünft, beim nächsten Mal werden wir acht sein. Hier zeigte sich mal wieder, dass ich kleine, feste Gruppen brauche, die eine gemeinsame Geschichte erlebt, bei der es um Prozesse und nicht um Ziele geht. Dann kann ich loslassen, bei Yoga war es ja genauso. Die Idee meines cooleren Ichs wäre natürlich eher in den halbanonymen, offenen, drop-in Kursen der angesagten Locations glücklich geworden und nicht im Keller der VHS, und diese Ich-Idee aufzugeben funktioniert auch nicht ohne Reibung und Widerstand, aber es ist die Coolheit der anderen und nicht meine.

11.10.2021

Nachmittags schickt der Hausarzt seine Sprechstundenhilfe jetzt immer nach Hause, weil er Kosten reduzieren will. Als ich reinkomme, erklärt er das gerade der einzigen anderen Person im Wartezimmer und macht das dann auch noch für weitere zehn Minuten, nachdem ich mich dazugesetzt habe. Idealismus lohnt sich finanziell eben nicht, werfe ich ein, um seinen Vortrag zum Ende zu bringen. Den Gedanken, dass er auch sehr viel Zeit und Geld sparen könnte, wenn seine Welterklärungseinheiten nicht immer so ausarten würde, behalte ich aber für mich.

Ich komme dann vor der anderen Person dran, weil ich einen Termin habe und sie nicht. Während der Arzt die Grippeimpfung im Kühlschrank sucht (es ist ja niemand da, um sie ihm vorzubereiten), erzählt er mir, wo und wie er jetzt überall CO₂ spart. Ich gebe zu bedenken, dass bei allen löblichen persönlichen Entbehrungen die politische Dimension des Problems nicht außer Acht gelassen werden sollte und dass es ja einen größeren Effekt hätte, z. B. Druck für die Abschaltung von Kohlekraftwerken zu machen, statt funktionierende Glühbirnen auszutauschen; die Fokussierung auf die Individualverantwortung sei ja durchaus im Interesse bestimmter Industrien …. aber er ist derjenige, der hier die Vorträge hält und dann kommt auch schon das Pflaster.

10.10.2021

Die Nachbarn sind in Quarantäne. Auf dem Heimweg mache ich einen Schlenker am Bahnhof Zoo vorbei und kaufe für sie ein Kürbiskernbrot, dass ich dann vor ihrer Tür drapiere, um nach dem Klingeln hinter der eigenen Wohnungstür zu lauschen, wie sie es hereinholen. Eine Minute später bekomme ich die Nachricht, dass die kleine Tochter großer Fan von Kürbiskernen ist. Volltreffer.

Den Rest des Tages verbringe ich damit Yoga auf später zu verschieben, Gedanke auszuformulieren, die ich schonmal gedacht, aber nicht genau so aufgeschrieben hatte, Leuten hinterher zu arbeiten, unzufrieden auf meinen Wochenplan zu starren, mich über den selbstverschuldet fremdbestimmten Nachmittag zu ärgern und eine Liste mit Sci-Fi Serien anzufangen, die ich gucken können wollen könnte.