20.01.2022

Bei all dem Gewackel auch mal halten können, selber Fels sein. Ein kochender, wohlfrisierter Fels, mit Ohrringen und Hüftschwung, aber ein Fels.

19.01.2022

Nach dem Frühstück gleitet mein Blick durch die Küche und sieht alles was dreckig und unordentlich ist, alle Flecken an der Tapete, alle Provisorien, alle „hier könnten wir doch“, „da sollten wir“ und „das hier werden wir mal“, die mir normalerweise nur auffallen, wenn ich die Wohnung durch die Augen von Besuch sehe. Heute sitzt das alles schwer auf den Schultern.

18.01.2022

Dann nichts. Ich hatte das, was mir an diesem Tag am wichtigsten war, geschafft, war nicht mal besonders Stolz darauf und vom Himmel stieg kein Engel, um mir zu gratulieren oder mir den Stift für den zweiten, noch ausstehenden Text zu reichen. Stattdessen war da nur die Liste der Sachen, die ich sonst heute noch erledigen wollte. Also doch zurück ins Bett.

17.01.2022

Nach Windgeheule, Donnerregen und Graupelschauern klärt es am späten Nachmittag nochmal auf und die tiefe Abendsonne scheint über einen fast gänzlich blauen Himmel und in ihr zugewandte Straßen. Geübte Spaziergänger wissen, welche Spreekurven und auf den Brücken sie ansteuern müssen, um schweigend mit geschlossenen Augen nebeneinander zu stehen.

16.01.2021

Sonntag Abend im Hit Ullrich Verbrauchermarkt am Bahnhof Zoo. In der langen Schlange an den Kassen meine ich vier Gruppen zu unterscheiden:

1. Die Internationalen, die noch nicht an den deutschen Sonntag gewöhnt sind.
2. Die Ausgestoßenen und die Partytiere, nicht nur am Outfit zu unterscheiden, sondern auch an der Qualität des Alkohols und der Snacks, aber sie gehören zusammen, denn beide können kaum darauf warten.
3. Die alten Junggesellen mit einer einzelnen Packung Cordon bleu aus der Tiefkühltheke.
4. Und solche wie uns, die Spaziergänger, die ein Ziel brauchten und die Chance nutzen, um Kleinigkeiten zu besorgen, die das Essen oder den Abend angenehmer machen. Den Mann mit dem WC-Reiniger zähle ich dazu.

15.01.2021

Arbeitslager Co-Working, Gewaltmarsch Spaziergang, GroßEinkauf, KuchenplatteClose Reading Lesen, Science-Fiction-EposSerie

14.01.2022

Nach anderthalb Tagen Nichtstun, Dumpfheit und Junkfood rast mein Kopf. Ich will zwei Texte gleichzeitig lesen, parallel in drei Tabs recherchieren und mehrere Streams nebeneinander anschauen. Schönes Gefühl, wieder Lust auf Wissen und Welt zu haben, aber auch etwas peinlich, mal wieder nicht geschafft zu haben, rechtzeitig eine Pause zu machen.