21.07.2020

Juli 2020: Der Planet scheint verloren, die EU ist zerstritten, in den USA entführen Polizisten ohne Abzeichen Demonstrant:innen und in Deutschland verschwinden Munition und Sprengstoff aus Beständen der Bundeswehr und Nazis missbrauchen die Mittel des Rechtsstaats. Ich sitze in der Morgensonne auf dem Balkon, trinke meinen grünen Tee und denke an Sex. Alles furchtbar schön und schrecklich grundsätzlich zugleich.

20.07.2020

Körperlich und sozial erschöpft dem Sturzregen zuhören und erst später die Pfütze unter dem Küchenfester wegwischen.

19.07.2020

Alles abbauen und der lange Weg nach Hause.

18.07.2020

Campingkocher, Paddeln, Schlafsack

17.07.2020

Der Zelteingang mit Blick auf den See, eine kleine Lichterkette als Beleuchtung, all die verpassten Instagramgelegenheiten und Yogaposen auf dem kleinen Strand, Barfuß mit einer Tasse Tee in der Hand.

16.07.2020

Das stressige am Camping (also abgesehen vom geduckten rumgeräume und dem schwitzenden Frosttod im Müffelstollen aus Plastik) ist die Vorbereitung. Der begrenzte Raum Zelt und in den Satteltaschen, das Wetter, der Sozialraum Campingplatz und die Verschwörung der Outdoorlifestyleindustrie, machen es quasi unmöglich gut auszusehen und frei agieren zu können (sich wohlzufühlen) und gleichzeitig platzsparend und bequem vorbereitet zu sein (sich wohlzufühlen). Die globale Bohème packt nicht funktional, sondern wirft im Affekt alles Mögliche in die riesigen Schrankkoffer, die ihr hinterhergeschickt werden!

15.07.2020

Das erste Mal seit mehreren Monaten den Abend in einer Kneipe verbracht. Mit lieben Menschen, mit denen ich nicht zusammen wohne und Musik und Getränken und nach dem Verabschieden durch die Nacht nach Hause radeln. Ein vorsichtiges sich wieder herantasten mit alkoholfreiem Bier und umschifften Details in den Geschichten.