Monat: August 2025

15.08.2025

Wie nennt man einen Mann, der mit zwei Spraydosen auf einer Leiter unter der Rasterdecke balanciert, deren Platten in einer Ecke noch darauf warten, ob sie als asbesthaltig klassifiziert werden, was auch immer das dann bedeutet, weil Asbest viel zu positiv klingt, es müsste dann doch zumindest Asmies heißen?

Einen Lackaffen.

Verstehe ich nicht.

14.08.2025

In der 17. Schwangerschaftswoche bilden sich die Regalbretter und erste Scharniere, weshalb du darauf achten solltest, möglichst viele Mineralstoffe zu dir zu nehmen. Auf dem Ultraschall kannst du jetzt schon erkennen, wo später die Schubladen deiner Einbauküche sein werden. Die Fronten folgen dann etwa ab der 25. Woche. Wenn es schon deine zweite Küche ist, spürst du sie vielleicht schon wackeln, aber keine Sorge, wenn nicht. Jede Arbeitsplatte nimmt sich die Zeit, die sie braucht.

13.08.2025

Nimm wahr, was passiert. Du sitzt am Fluss deiner Gedanken und lässt sie vorbeiziehen. Alles ist in Bewegung, alles kommt und geht. Zufallende Augenlider treiben auf dem Wasser. Sehr viele träge zuckende Augenlider. Da ist doch Wasser unter diesem Blinzelteppich? Und was, wenn er über die Ufer tritt und mich mitreißt? Mist, jetzt bin ich eingenickt.

12.08.2025

Um es selber zu machen, muss die Verständlichkeit des YouTube-Tutorials minus Zusatzschwierigkeiten des Altbaus größer gleich als das handwerkliche Geschick minus aller leichtsinnigen Selbstüberschätzung sein.

11.08.2025

Gestresst? Nö. Aber kannst du mir helfen, meine Fingerkuppe im Salat zu finden, während ich ein Pflaster suche? Wir müssen gleich los.

10.08.2025

Die Älteren bekommen nicht mit, dass ich die Karten vorsortiere, damit genügend Songs aus den 70ern und 80ern gezogen werde und das macht es umso trauriger, weil sie immer wieder laut hoffen, dass der nächste Titel vielleicht aus dem Osten kommt.

09.07.2025

Worüber denkt der alte Mann mit dem langen Bart und den Augenringen tief wie Gartenteiche den ganzen Tag nach, wenn er gegenüber vor dem Späti sitzt? Denkt er überhaupt nach, schläft er vielleicht mit offenen Augen, oder hat er sich in jahrelanger Übung in ein meditatives Wachkoma getrunken. Kein Handy in der Hand, keine Kopfhörer im Ohr, keine Zeitung auf dem Tisch, nur er und der Gehweg.


Wenn ich bei einer geführten Meditation an einen Ort denken soll, der mich entspannt, an dem ich mich sicher und geborgen fühle, wo ich ganz im Jetzt bin, Frieden mit der Vergangenheit und Zukunft schließen kann, wo ich mein Leben und mein Konto in guten Händen weiß, dann denke ich an ein IKEA Planungsstudio am Samstagnachmittag. Ab einem bestimmten Paniklevel wird alles wieder ganz ruhig.