06.10.2026

Da in der Wohnung erst kein Platz mehr für ein Arbeitszimmer und dann für einen Schreibtisch war, fahre ich zweieinhalb Tage die Woche zum Arbeiten in einen Co-Working-Space, der sich wahlweise Studio oder Atelier nennt und der, wie viele selbstorganisierte Räume, ein Problem damit hat, wer wann welchen Müll rausbringt. Seit dem Besuch einiger Ratten gibt es deshalb die Regel, den Bioabfall am Ende des Tages in die Tonnen im Hof zu bringen. Wenn ich spät dran bin oder – was wahrscheinlicher ist – zu faul für den Weg in den Hof, nehme ich meinen benutzten Kaffeefilter oder Teebeutel einfach mit bis zum nächsten öffentlichen Mülleimer.

Weil es zwischen dem Eingang und der Laterne, an der ich mein Fahrrad anschließe, allerdings keinen gibt, fahre ich mit dem feuchten Papier meistens ein ganzes Stück, bis ich an einen Mülleimer komme, der so günstig steht, dass ich höchstens leicht abbremsen muss, um ihn sicher zu treffen.

Es gibt aber auch die Tage, an denen ich auf dem Heimweg so in Gedanken bin, dass mir erst an den letzten Ampeln vor meiner Haustür wieder auffällt, was ich da noch in der Hand halte. Und es gibt die Tage, an denen ich dieses kleine, kalte Etwas gar nicht loslassen will, weil ich die Vorstellung mag, dass niemand ahnt, dass ich da einen ausgewrungenen Kaffeefilter in der Hand versteckt halte, oder weil es mich irgendwie beruhigt, etwas zu spüren, das mich und meine Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt hält. Meine Sicherheit hängt an einem Teebeutelfaden.