26.04.2022

Die verschobene Mittagspause wird zu einer Tüte Haribo und die zum Handy neben dem Kopfkissen. So hängt alles zusammen. Klimawandel, Baustellen, englische Übersetzungen und die Laune von morgen.

25.04.2022

Es regnet, weil kein Regenschirm dabei, jaja, schon klar, aber hast du mal deinen Terminkalender nicht mitgenommen? Hier ein Anruf, da zwei Geburtstage, wie wär es mit Samstagvormittag und hast du an diesen einem Wochenende im Juli eigentlich Zeit? Natürlich wäre die Lösung ein digitaler Kalender, das Handy habe ich ja immer dabei, aber manchmal dann eben auch ganz bewusst nicht und ehe ich eine App gefunden habe, die Bedeutungen und Unsicheres so schnell und einfach festhalten kann wie ein Stift, weigere ich mich Wochen und Tage noch durch ein weiteres Werkzeug zu schleifen.

24.04.2022

Saunafeuerhaare und Sonnenwindhaut
der Samstag klebt am Sonntag
heiser doch vertraut

23.04.2022

Die Feen sind aus der Stadt verschwunden. Es ist offensichtlich; keine weiteren Erklärungen notwendig und auch keine Zeit dafür, denn es müssen Maßnahmen ergriffen werden. Man könnte zum Beispiel ein großes Gebiet mitten in der Stadt verwildern lassen und zum Schutz eine hohe Mauer darum ziehen, mit kleinen Löchern darin, damit die Feen sich nicht eingesperrt fühlen, sondern sicher, aber auch mit solchen Mauern hat diese Stadt eine schlechte Erfahrung.

Also fahren wir in den Wald, um die Feen zu suchen, aber auch dieser Wald ist eigentlich nur ein als Wald getarnter Stadtpark und nirgendwo sind Feen zu entdecken. Dafür gibt es einen Kiosk, an dem es Brezeln und Börek zu kaufen gibt. Den Cent Wechselgeld darf der Verkäufer behalten und ich fühle mich sehr großzügig, dabei braucht man mittlerweile viele solcher Großzügigkeiten für ein Brötchen.

Von unserem Rastplatz unter dem bienenbrummenden Apfelbaum können wir zwei FÖJler beobachten. Niemand hat ihnen gezeigt, wie man richtig Bierzeltgarnituren stapelt, nämlich Holz auf Holz und Metall auf Metall, aber das ist heute nicht meine Mission. Ich bin hier zum Krümeln.

22.04.2022

Schön, dass du in Berlin bist, sagt die Leiterin des Tanzkurses nach einer Partnerübung zu mir. Das bleibt hängen. Die anderen Sachen, die sie zu mir sagt, auch, aber diese Phrase gefällt mir besonders.

Schön, dass es dich gibt, ist viel zu groß und ungenau. Aber zu sagen, ganz egal, ob wir uns wiedersehen, gerade freut mich, dass du mit deinen Qualitäten diesen geteilten Ort bereicherst, hat eine tolle, aus ihrer Spezifität heraus strahlende und wertschätzende Qualität, die ich gerne weitergeben möchte.


Selbst im Café Kotti kostet das Flaschenbier mittlerweile vier Euro, vielleicht ist das aber auch die Gentrifizierungssteuer, weil wir uns für zu süffig für das gezapfte Bier halten. Die verrauchte Luft kann man schneiden wie warme Butter und wir schieben unsere Müdigkeit darauf, dabei sind wir einfach aus der Übung. Es gibt aber auch Dinge, die hätten mit der Pandemie einfach verschwunden bleiben können.

21.04.2022

  1. Die Hand, die dir aus Liebe gereicht wird, als solche erkennen und den Spiegel nicht als Beweis für Hässlichkeit.
  2. Die halbe Umarmung und die Nachfragen erwidern, denn auch wenn sich die Geste erst nicht echt anfühlt, dann doch ihr Grund (und darin liegt der Schlüssel, um sie echt werden zu lassen).

20.04.2022

„So eine Partei ist wie Kirche: Die, die jeden Sonntag kommen, beschweren sich, dass viele nur zu Weihnachten kommen, aber solange die noch zu Weihnachten kommen, überleben wir auch. Zu sagen, die Richtigen sind schon da, ist nicht nur produktiver, sondern sorgt auch für bessere Stimmung.“, sagt der Quereinsteiger und alle nicken.