Der erste positive Schnelltest in der Wohngemeinschaft nach zwei Jahren Pandemie. In den nächsten Tagen folgt jetzt also das Ausharren der Inkubationszeit, um zu schauen, wer noch in die Zimmerisolation muss, und die ist es, vor der ich mich eigentlich fürchte, denke ich am ersten Tag des Jahres, an dem ich wieder ohne Jacke auf dem Balkon sitzen kann. Dann lieber heimlich allen ins Glas spucken.
07.03.2022
Widersprüchliche Informationen, überforderte Ämter und die schwierige Frage, ob man jemandem raten sollte, Berlin möglichst schnell wieder verlassen sollte, weil es hier nur schwieriger, nicht leichter werden wird.
06.03.2022
Bei Douglas Adams gibt es den Babelfisch. Einen kleinen außerirdischen Fisch, der sich von Gehirnaktivität ernährt, genau in den Gehörgang passt und wenn man ihn da lässt, den praktischen Nebeneffekt hat, plötzlich alle Sprachen verstehen zu können. Den haben wir nicht, aber dafür Handys mit Google Translate. Das übersetzt auch alles, nur ein bisschen zeitverzögert und auch nicht in alle Sprachen gleich gut. In manchen Sprachen ist die Bedeutung der Worte aber kontextabhängiger als in anderen. Die Modelle und Algorithmen hinter der Übersetzung wurden aber in Sprachen entwickelt, in denen das kein Problem ist. Das wiederum ist ein Problem.
05.03.2022
Eigentlich brauchen wir nur einen Haken fürs Wohnzimmer, eigentlich suche ich nur Ziel für einen Spaziergang bei Sonnenschein, aber im Baumarkt kommt mir dann doch noch eine andere Idee und so stehe ich später zufrieden mit der Kreissäge, Schmirgelpapier, Schrauben und Holzwachs auf dem Balkon und mache den Laptop erst auf, als die Sonne wieder untergeht.
04.03.2022
Entschluss gefasst.
03.03.2022
Im Grunde sind die Probleme im Großen und Kleinen nicht so unterschiedlich. Drei weiße Männer stehen mit einem Zollstock in einem Raum, in dem man auch kurzfristig Flüchtlinge aus der Ukraine unterbringen könnte und überlegen wie, wann, warum und was das Kosten darf.
02.03.2022
Im Zweifelsfall ist immer Luther an den Sprichwörtern schuld, erkläre ich ungefragt mit einem Bund Tulpen in der Hand, die von den Pflastern an meinen Fingern und den Bläschen an der Lippe ablenken sollen. Unachtsamkeit und Hektik am Schneidebrett ist kein COVID-Symptom, also steht die Immunschwäche für sich allein und braucht nichts zu bedeuten. Abgemacht. Aber das es keine Verbindungen nach München unter sechs Stunden mehr zu geben scheint, bedeutet sicherlich etwas, nur finden wir es auf die schnelle nicht heraus.