06.10.2021

Beim Abendessen erzähle ich vom Krimidinner, an dem ich am Wochenende eingeladen bin und für das ich noch nach einem Kostüm für die Kinderärztin und ehemalige Klassenstreberin suche, die mir als Rolle zugeteilt wurde. Ihre Kleidung sollte möglichst massentauglich und nichtssagend, also eigentlich möglichst langweilig sein. Vielleicht trägt sie ein langärmliges Oberteil mit hohem Kragen, eine helle Jeans und dezenten Goldschmuck? Sowas halt…

Dann passiert mal wieder, was oft passiert, wenn ich mich in Urteile hineinsteigere: Um den Weg für die Assoziationskette freizumachen, vergesse oder ignoriere ich die Wirkung der Beschreibungen. In diesem Fall, dass ich gerade das Outfit der Schwester von I. beschrieben habe, die mit am Tisch sitzt.

Und wie so oft muss ich erst darauf hingewiesen werden. Unangenehm.

05.10.2021

Ist das Wetter so schlecht, weil ich gestern so viel erledigt habe und heute einen Grund brauche durchzuhängen, oder hänge ich durch, weil der Himmel so grau ist? Das sollen mir die neuen Physiknobelpreisträger mal erklären. Den Zusammenhang von Klima und Wetter haben wir ja jetzt wohl alle verstanden (schön wär’s), aber dabei wurde bisher immer nur das Außenklima betrachtet, das Innenklima kommt in diesen Modellen noch gar nicht vor! Wie hängt der globale Temperaturumstieg mit der lokalen Cuteness, Deepness, Weirdness, Niceheit und dem Cringefaktor des Moments zusammen?

04.10.2021

So positiv überrascht vom Amtsbrief, dass ich gleich alle Dokumente neu sortiere. Vor dem Frühstück. Seltsam. Der Rest des Tages genauso. Diesen Aktivismus heute werde ich Morgen bereuen.

03.10.2021

Die Gitarre nehme ich morgens noch als Werkzeug in die Hand, ans Klavier setze ich mich Nachmittags einfach so.

Um den Druck, die Akustik und den Ausblick am Grund eines Schwimmbeckens genießen zu können, empfiehlt sich nicht nur eine Schwimmbrille, die auch die Nase bedeckt, sondern ohne zusätzliche Gewichte auch etwas, an dem man sich festhalten kann, um nicht unfreiwillig wieder aufzusteigen. So fühlt sich der Sonntag an: Als wäre ich gerade am Boden angekommen und noch dabei nach Halt zu suchen, aber eigentlich schon warm und weich weit weg in mich gepresst.

02.10.2021

Nach einer Wanderung durchs Bibertal werde ich selber zum Damm.
Zurücklehnen und den Bauchnabelfussel zum Schwimmen bringen.

01.10.2021

F. hätte gerne beim vierten Saunagang einen Aufguss mit Aroma. Also kippe ich angetrunken kurzerhand etwas Pastis aus meinem Plastikbecher über die heißen Steine und freue mich insgeheim über die Gelegenheit, denn eigentlich schmecken mir Anisschnäpse gar nicht. Erst finden alle das Ergebnis super, aber dann karamellisiert der Zucker und es riecht nur nach verbrannt. Wir gießen Wasser nach, um die Steine wieder zu reinigen, aber das macht alles nur noch schlimmer. Erst nach einigen Aufgüssen und dem knapp entronnenen Hitzetod können wir die Sauna wieder mit gutem Gewissen verlassen. Zum Glück müssen die nach jedem Haushalt gerade eh immer gelüftet werden.

30.09.2021

Statt zwei nur ein halbes Nickerchen, und als am Nachmittag alles fürs Yoga bereitliegt, gehe ich dann doch stattdessen wieder ins Bett und lenke mich mit kalten Füßen ohne Genuss und mit YouTube Videos davon ab, dass das Erledigte für heute reichen muss.