“Ich bin schon so sehr mit Leben beschäftigt, wie soll ich ich dann da auch noch verkaufen, ohne das das zu meinem Leben zu … Oh.”
Gesammelte Aphorismen
jeden Tag etwas aufschreiben
“Ich bin schon so sehr mit Leben beschäftigt, wie soll ich ich dann da auch noch verkaufen, ohne das das zu meinem Leben zu … Oh.”
Gesammelte Aphorismen
Nature is healing. Die Berlin-Mitte Dutts kehren nach Azeroth zurück.
Beim Joggen im Park kommen mir nur mitteljunge Paare (und die, die es mal werden wollen) entgegen, die an einem Sonntagnachmittag aufs Regenradar gucken und sich vor dem Abendessen noch spontan zu einem Spaziergang durch den Tiergarten entschieden haben – man war ja heute noch nicht draußen. Er trägt einen Bart und eine offene Jacke, sie hat mehr Vertrauen in die Vorhersage und ihren dünnen Pullover, aber beide haben einen Bildungsbürgerbiomarkthintergrund. Keine Kinderwagen, aber das Auge sieht, was es will. Nach dem vierten Paar fällt es mir auf, nach dem achten glaube ich an eine Verschwörung, ab dem zehnten denke ich über mein Milieu nach. Ohne die Laufkleidung würde ich zwischen ihnen ja auch nicht weiter auffallen.
Mit den Händen und der Hilfe von Flüssigkeiten Oberflächen bearbeitet.
Nach einem guten Tag folgt meist einer, der nicht wirklich schlecht zu nennen ist, aber sich eben nicht am vorherigen messen lassen kann. Genauso viel vor, aber eine Spur erschöpfter, etwas weniger lächelnd und ein bisschen verbissener. So ein Freitag eben.
Daniel Schreiber: Zuhause – Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen
Ein Zuhause sucht man nicht, man schafft es sich, bzw. richtet sich darin ein. Heimat hingegen gibt es nur als Verlustgefühl. Das „Ich liebe dich“ ist der performative Akt sich gemeinsam für schöne Tapeten zu entscheiden. Die Kraft des zukunftsgerichteten Als-Ob wird jedoch durch die Eingrenzung des zeitlichen Horizonts geschwächt. Die Flexibilisierung der Lebens- und Liebeswelt, die Fähigkeit, aus ökonomischen Zwang oder zum Zweck der Selbstverwirklichung, jeden Moment aufspringen zu können, macht es auch schwerer sich niederzulassen. In der Daueranspannung sind die Sehnsuchtsorte Damals und Woanders.
Alle Jahre wieder bearbeite ich längere Texte, um sie für den Druck vorzubereiten und jedes Mal lerne ich dieselben Dinge neu und jedes Mal dauert alles viel länger als gedacht und jedes Mal bin ich irgendwann an dem Punkt, dass ich am liebsten meinen Laptop gegen die Wand werfen würde, aber worauf schaue ich dann die Videos, die mich vom Papierzeitalter ablenken sollen.