Machtlosigkeit in Aktion verwandelt und zum Baumarkt geradelt. Der durchgerostete Schlauch, der die Toilettenspülung speist, tropft und muss ausgetauscht werden. Außerdem ist die Halterung des Schwimmkörpers aus der Position gebrochen und der Schlauch hindert den kleinen Hebel am Schwimmkörper manchmal daran zu stoppen, sodass es mitunter stundenlang vor sich hin plätschert. Zumindest das erste Problem kriege ich gelöst und versuche mich nach mindesten zwei Broten zu viel an einem halbherzigen Mittagsschlaf. Nach einem Eiskaffee und dann dem restlichen Vanilleeis direkt aus der Packung entscheide ich mich gegen den CSD und setze mich stattdessen mit Navid Kermani auf den Balkon. Ab drei hört man die Bässe auch bis hier. Irgendwann erinnert mich dann Twitter daran, dass ich mich für so wenig „Leistung“ gar nicht schlecht fühlen muss, aber wirklich glauben kann ich es nicht. Ein wenig Yoga auf dem Balkon, als Ausgleich für die eingekauerten Lesemuskeln, bis die Mitbewohner sich in der Küche gegenseitig beweisen, wem es am egalsten ist, was es zum Abendessen gibt. Und dann, in einer Mischung aus rastloser Nutzlosigkeit und Hunger beginne ich auf dem Balkon herumzuwerkeln. Ein alter grummeliger Mann mit Besen, Gießkanne und Gartenschere bewaffnet. Viel zu spät ins Bett.
26.07.2019
Fazit – realities:united
Mädchen vor Vase mit Blumenzweigen, 1946 – Otto Herbig
Die Modellpause (Der Maler und seine Muse), 1932 – Conrad Felixmüller
A3 – Little Saigon
25.07.2019
Nach dem Vormittag (denn auch die gehören dazu) bleibe ich beim Arbeiten erstaunlich oft im Tab mit dem Tannhäuser Livestream hängen. Etwas neidisch, obwohl es im Festspielhaus 50 Grad sein müssten. Dann schreibe ich noch eine Nachricht, die mir wichtig genug ist, um keine Angst vor der Reaktion zu haben, freue mich über die Antwort und verführe die Mitbewohner zu einem frühabendlichen Ausflug in die Bar des Vertrauens. Um uns auf der Terrasse sitzen Dates und alte Bekannte, die sich viel zu erzählen haben, aber wir rekeln uns mit Büchern bewaffnet stumm und gelöst in der Abendsonne.
24.07.2019
Ich kann es noch nicht ausformulieren, geschweige denn literarisch verarbeiten, noch habe ich eine Lösung, aber zumindest habe ich das Gefühl das ein Problem begriffen zu haben. Nicht zum ersten Mal, aber im aktuellen Gewand und das ist schon so viel Wert, dass ich etwas erleichterter Versuchen kann alle Ansprüche an den Rest des Tages fallen zu lassen.
23.07.2019
Empathi(e)ger
21.07.2019
Ich greife nach dir, damit du mich bei mir hältst. Damit ich nicht davonfliege oder in mir versinke. Und gleichzeitig, damit ich mich vergessen kann. Mit jedem Quadratmillimeter Hautkontakt löse ich mich ein wenig mehr auf und komme doch erst bei dir und mir an. Schau mich nicht so an. Ist das Mitleid oder Ballast? Ich habe heute keine Kraft für zwei, nicht mal für einen.