28.01.2026

Im Geburtshaus steht der Streusand auf der Herrentoilette.
Halt geben, aber bitte nicht im Weg stehen.

27.01.2026

Weiter warten und das Wahlkampfjahr planen:

  • Vom Habitusbaum klettern und wieder mehr über Bäume sprechen.
  • Zurück zu den Wurzeln radikalisieren.
  • Kleine Zettel an Poller: „LG, das ist nur der Anfang.“
  • Auf Parkplätze: „Die Stadt gehört den Menschen, Tieren und Pflanzen.“
  • Laut und lieb sein, außer wenn nicht.

26.01.2026

Naja, es gibt ja angeblich auch Methoden, um das alles zu beschleunigen.

Zum Beispiel?

Brustwarzenstimulation. Mindestens 15 Minuten pro Seite.

Das ist lang.

Wir können ja dabei einen Podcast hören.

Endlich kann ich meine zwei großen Leidenschaften verbinden.

25.01.2026

Exploding Head Emoji, aber ich meine gar nicht die Welt, sondern den Peitschenknall und Lichtblitz, der mich mitten in der Nacht ins Adrenalin katapultiert. Exploding Head Syndrom heißt das und reiht sich mit juckenden Beinen, rastlos suchenden Füßen und dem Zurückzucken von der Schlafkante in die Reihe von Demütigungen ein, mit der das Hirn auf die Trennung vom Ich besteht.

24.01.2026

„Ist das nicht seltsam, für jemanden den Namen zu entscheiden, den man noch nie gesehen hat?“

Wir gehen bedächtig zwischen den auf dem Wohnzimmerboden verteilten Zetteln hin und her, um zu schauen, was der Rest des Körpers zu unseren Ideen zu sagen hat.

„Ich weiß nicht. Ich saß schon in zu vielen Meetings, wo Namen für Dinge gesucht wurden, die noch nicht fertig waren. Die Bedeutung interessiert am Ende immer nur die Journalisten.“

23.01.2026

2026 wird mein Jahr der Misosuppe. Misosuppen, die ich ganz achtsam aus kleinen handgetöpferten Schalen am Fenster stehend trinke, ohne dabei an die versteckten Rüstungskonzerne in meinem lächerlichen Depot oder die Unmengen an Bestellungen der letzten Monate zu denken. An nichts denken, nur schmecken und lieb den Milizen auf der Straße zunicken.

22.01.2026

Jeden Montag spaziere ich zu einem Briefkasten an der Spree. Darin finde ich einen Brief mit einer Aufgabe: „Welche Worte stehen diesem Winter besonders gut?“, „Was stellen wir mit dieser neuen Männlichkeit an?“, oder „Schreibe ein Kinderlied über die Angst vor lauten Küchengeräten.“

Dann habe ich eine Woche Zeit, meine Antwort zu formulieren, auszudrucken, tackern, lochen und abzuheften, bevor ich sie wieder in den Briefkasten lege. Dort wartet dann ein Bündel Geldscheine auf mich. An manchen Tagen auch zwei, wenn mein Vorschlag der letzten Woche einen intransparenten Wettbewerb gewonnen hat.