Für Sartre ist der Medusenblick der Blick der Anderen. Angeblickt wirst du vom Subjekt zum Objekt degradiert. Der Blick fixiert dich. Definiert dich auf das, was er sieht. Du wirst zum Ding auf seiner Landkarte und beschränkt damit den Raum aller Möglichkeiten.
Freud beschreibt mit der Medusa den Moment, in dem das Kind erkennt, dass die Unversehrtheit und die Allmacht des eigenen Ichs eine Illusion ist. Das Versteinern vor Schreck dient bei ihm aber auch der Abwehr. Indem der Körper zu Stein wird, beweist er sich selbst seine Anwesenheit und Unzerstörbarkeit.
Schmitz würde das Erstarren als Überflutung, als leiblichen Einbruch von außen bezeichnen. Luftanhalten als Verteidigung gegen die Welt, die sich im Inneren breit macht.
Sich im Generaltrotz einzurichten, es sich bequem zu machen im bekannten Leid. Kann ich, kenn ich, fünf Sterne, immer gerne wieder. I
Dann ist das noch Cixou. Sie stellt die Medusa auf den Kopf. Sie ist kein Monster, sie ist nicht das Symbol der Kastrationsangst. Sie ist schön und sie lacht. Das Lachen sprengt die patriarchale Struktur. Solange man Angst vor dem Blick hat, hält man seine eigenen wilden Fragmente zurück. Mit dem Lachen feiert das Subjekt den eigenen Körper, die eigene Stimme, die aus dem Verborgenen auftaut.