Monat: Januar 2019

17.01.2019

Unter den (sozio-kulturell-ökonomischen) Bedingungen der (medialisierten) Gegenwart ist die Wohngemeinschaft ein Rückzugsort von der Welt vor der Wohnungstür. Es wird sich bequem gemacht. Das Private ist aber nicht mehr öffentlich, weil es politisch ist, sondern politisch, weil es öffentlich vollzogen wird. Das Ergebnis ist Paradox: In Reaktion auf die widersprüchlichen Ansprüche an das Ich wird eine davon befreite Privatheit inszeniert, die den Rückzug aus dem öffentlichen Raum als eine imaginierte bürgerliche Kleinfamilie idealisiert.

16.01.2019

Maisonette-Wohnung mit Amateur-Dachgarten sucht Mitbewohnerin

15.01.2019

Zwei Projektbesprechungen mit jeweils zwei Professoren für je 20 bis 30 Minuten und beide mal bin ich als Einziger aus meiner Projektgruppe da. Einmal erfahre ich davon knapp vor dem Seminar, das andere Mal erst währendessen. Beide Projekte hatten eigentlich kaum Fortschritte zu besprechen…

Aber dafür eigentlich ganz produktiv, der Unitag.

14.01.2019

Die Sache ist (mal wieder) viel zu einfach um einfach gelöst zu werden und wie nach jeder Trennung suche ich insgeheim nach der verflossenen Beziehung, will das aber nicht wahrhaben: Die Schuhe sollten braun sein, mittelhoch und mit einem kleinen Absatz. Sie sollten schlicht sein, aber nicht glatt, das Leder sollte sich nicht verstecken. Die Schuhe sollten elegant genug sein, um poliert bei festlichen Anlässen zu glänzen, aber lässig und bequem genug für einen verkaterten Sonntag. Kurz: Sie sollten in die klaffende Lücke zwischen Schneewanderung und Badehosenspaziergang passen. Außerdem sollte man in ihnen gut tanzen können.

13.01.2019

Frühstück um zwei, für zwei aber alleine.

12.01.2019

12 Kilometer wachsames mäandern an den anstrengendsten Orten von Berlin (Warschauer Brücke, Alexanderplatz, Hauptbahnhof) auf der Suche nach Oasen und was sie uns über sich, die Sehnsucht nach Ruhe und das Erleben von Orten an sich erzählen können. Dabei konstant leichter Regen von schräg vorne und die 70er Jahre in den Knochen und in den Klamotten. Die alte Bundesrepublik muss man sich wohl wie eine sexistische Zigarette vorstellen.

11.01.2019

Der unzufriedenstellende Stand der Dinge (den aufzuschreiben immer noch besser ist als sich weitere zwei Stunden mit mittelmäßigen YouTube Videos ruhig zu stellen):

  • In einem Forschungsmodul macht der Projektpartner nicht seine Arbeit, weswegen ich nicht weitermachen kann und wir trotz Weihnachtspause am Dienstag nichts vorzustellen haben. Ich habe keine Lust Montag eine Nachtschicht einzulegen.
  • Im anderen Forschungsmodul geht es ähnlich schleppend voran. Der Februar wird unangenehm.
  • Während der freien Zeit bin ich mit der Hausarbeit quasi gar nicht voran gekommen, dabei muss sie mit Titel (= Plan) bis zum Ende der Vorlesungszeit angemeldet. Wenn ich daran arbeite, dann immer um das eigentliche Problem herum.
  • Mein eines Paar Schuhe lässt sich nicht mehr reparieren und ich kann nicht herausfinden von welcher Marke sie sind.
  • Mein anderes Paar Schuhe ist wohl auch kaputter als gedacht. „Gehen Sie damit zum Hersteller.“, ist als Schuster leicht gesagt. Bleibt ein paar Vans und die sind nicht besonders winterfest.
  • In der Bibliothek funktionierte das Internet heute immer noch nicht richtig und ich habe nicht gemacht, wofür ich eigentlich in die Bibliothek gegangen bin.
  • Infolgedessen erscheinen mir auch Körper, Kleidung, Zimmer und Fahrrad verbraucht, kaputt oder schlicht hässlich.
  • Noch mehr, weil ich heute morgen bei Frühsport geschummelt habe.
  • Und die Meditation früher abgebrochen.
  • Und für zwei Stunden nicht aus dem Bett gekommen bin.
  • Und weil es L. schlecht geht.

Aber… wenigstes habe ich den Brief abgeschickt. (Auch wenn es eine Postkarte sein sollte.)

P.S.: Selbstmitleid stinkt!