Monat: September 2019

23.09.2019

Mir geht dieses Video nicht aus dem Kopf:

Lass mal hören wie ist denn die Stimmung?
Zicke zacke zicke zacke …
Hoi hoi hoi!
Zicke zacke zicke zacke …
Hoi hoi hoi!
Hip hip …
Hurra!
Hip hip  …
Hurra!
Sieg …
Heil!

Ein lautes auflachen und nervöse Unruhe im Saal. Vielleicht will ich die aber auch nur hören. Jonny Buchardt wendet sich mit gespielter Empörung ab:

Das darf doch nicht wahr sein! Was, so viele alte Kameraden hier heute Abend?!

1973 funktioniert der Witz noch (?), weil 1973, Karneval, Alkoholismus und natürlich it’s funny ’cause it’s true.

 

 

 

22.09.2019

Auf leisen Sohlen am Ufer entlang über den Hormonteppich, aber die Dielen knarren natürlich trotzdem. Und dann, ganz unverhofft, ja was eigentlich, geben sie nach oder halten sie?

21.09.2019

Aufraffen, aufstehen, rausgehen und dann doch bis drei tanzen.

20.09.2019

Ich trage sechs Stunden ein wütendes und trauriges Schild durch die Straßen, aber eigentlich würde ich mich lieber am brennenden Regierungsviertel wärmen. Wenigstens für eine Augenblick.

19.09.2019

Auf dem Schaufenster steht:

süßlich herbstwilder
harn
schweiß hält uns 
zusammen

klebriger Schweiß
auf nassen Bäuchen.

18.09.2019

Liebes Tagebuch, heute ist die Katze auf die Matratze geklettert die im Wohnzimmer an die Wand gelehnt steht. Das fanden alle sehr aufregend und sind aus ihren Zimmern gekommen. L. hat sie dann wieder da runter geholt. Ich hätte ihr gerne noch ein bisschen beim Nachdenken über den Weg zurück zum Boden zugesehen. Aber Sicherheit geht vor. 

Zweimal Pasta.

17.09.2019

Die Arbeit, die ich schreibe, beschäftigt sich mit behaupteten Räumen und ihrer Wirkung auf mein Unmittelbarkeitsempfinden von Nähe/Distanz als Hörer, auch wenn man das mit der Unmittelbarkeit wie mit der Authentizität nur geflüstert und in Anführungszeichen sagen darf.

Radiolab behauptet ganz Dateiraum zu sein, nur aus unterschiedlichen Zeiten zusammenmontiert und mit Schaltungen in die Welt außerhalb der Laufzeit. The Europeans konstruiert Liveness, Harmontown beharrt drauf, obwohl beide aus dem Intro im Dateiraum dahin springen. Nur Wir. Müssen Reden versucht als einziger Podcast im Vergleich ganz Gespräch zu sein und rutscht dabei immer auf der Grenze zur mitgesprochenen Öffentlichkeit herum.

Wenn sie mutig sein will und keine Angst vor der Nische hat, dann würde die Arbeit, die auf diese folgt nur noch auf die Laber:innen gucken. Die mit Jingle, die, die jedes Mal ein neues Intro haben, die mit Anmoderation und die ohne. Inszenierungen miteinander gesprochenem Denkens unter den Vorzeichen einer Kultur, die es aus sicherer Entfernung so dreckig direkt verlangt, wie es nur geht.