Bis zum Gewitter sitzen auf dem Spielplatz gegenüber vom Büro mehrere Teenager oder Jugendliche, auf die Entfernung ist das nicht so genau zu sagen, und warten geduldig, dass sie an der Reihe sind. Einer von ihnen hat nämlich eine Haarschneidemaschine und ein großes Handtuch dabei. Ich bin versucht rüberzugehen und zu fragen, wie viel er für einen Haarschnitt nimmt. Nicht das ich selber Interesse hätte, meine Haare haben keine Maschinenlänge, sondern einzig und allein um ein Gefühl für den Markt zu bekommen, in dem er sich mit deiner Maschine behauptet; für die Gefälligkeiten, die ausgetauscht werden und ihren Wert und für die Gespräche, die dabei auf den Bänken zwischen Drehscheibe und Schaukel geführt werden.
29.03.2023
Sicher von der Seitenlinie aus erzählen:
Ach, da fällt mir ja auch was zu ein, aber um mich geht es ja gerade gar nicht, also bloß keine Nachfragen, sondern zurück zum Thema.
Ein ganzes Jahr im Nebensatz.
28.03.2023
Dokumente und Autokorrektur kommen durcheinander.
Ich bewerbe mich als Weißwanstmittel und schreibe eine Wohnfeinheit auf die Einkaufsliste.
27.03.2023
Im vorgestellten Nebenzimmer, da wo du jetzt sitzt und dir meins vorstellst, gehen ganz neue, vorher nie bedachte Zeithorizonte auf. Und wie du das in meinen Kopf setzt, in Worten, die von etwas ganz anderem erzählen, setzt der Sahnetorte die Kirsche auf, etwas süßtolleres fällt mir in dem Moment nicht ein. Aber weil mein Mund noch offen steht, legst du sie dort herein und ich spucke den Kern zum Mond, der soll darauf aufpassen.
26.03.2023
Der Volksentscheid ist gescheitert, das 1,5 Ziel ist nicht mehr zu schaffen und der Parkweg hat trotz Sonnenschein und Spaziergang mit offener Jacke unter Knospen kleine Matschflecken auf meinen Schuhen hinterlassen. Mein einziger Trost, eine große Auflaufform mit am Morgen vorsorglich zubereitetem Tiramisu, schrumpft mit jedem Löffeln.
25.03.2023
Alle sitzen gegen Mittag verkatert am Frühstückstisch, dabei hat gestern niemand etwas getrunken. Die einzige logische Erklärung muss ein Gasleck sein oder eine lange Woche. Sonne und Regen demonstrieren währenddessen an den Dachfenstern schon mal den April, dabei sind wir nicht mal bereit für den Tag.
24.03.2023
Durchgeknetet und ausgewrungen spuckt mich das Tanzstück zurück auf die Straße. Buchstäblich im Regen stehend fragt mich G. wo wir jetzt noch hingehen sollen, aber wie soll ich wissen, was ich will, wie soll ich überhaupt irgendeine Entscheidung treffen, wenn dieses Ich noch ganz zerrissen mitten im Kreischen, Zerren und Schwitzen steckt. Vielleicht hätten wir doch noch für das Nachgespräch bleiben sollen. Luft zu schnappen war der richtige Impuls, nur war nicht Sauerstoff gemeint.