17.03.2026

Mitten im Tanzkurs, am Höhepunkt eines Songs, als der Bass wieder einsetzt und alle doch noch etwas Kraft in ihren Muskeln entdecken, schreie ich stumm und glückstrunken den Namen unserer Tochter in mich hinein. Stunden zuvor wollte ich sie noch enttäuscht in die Sofakissen werfen. Jetzt hoffe ich keuchend, dass es ihr gut geht und bin bereit zum Losheulen, aber alle Tränen sind schon ausgeschwitzt.

16.03.2026

Ich leere meine Manteltaschen (zwei außen, zwei innen, eine hat ein Loch, wodurch sich eine fünfte Tasche im Zwischenraum des Innenfutters ergibt) und finde Taschentücher, zwei Sticker, eine Stempelkarte, Bonbonpapier, ein Haargummi, einen CBD Vape, ein Kondom, ein Paar gestrickte Kindersocken.

15.03.2026

Über fünf Grad ist es kein Eisbaden, sondern Winterschwimmen,
Winterschwimmen bei Frühlingsgefühlen ist Aufbruchplanschen,
Aufbruchplanschen ohne Ziel ist Feuchtflanieren,
und wer sitzend feuchtflaniert, ist bereit für den Aufguss.

14.03.2026

Bei den Spaziergängen jeden Tag einen neuen Vogel am Gesang erkennen lernen. Gestern den Buchfink, heute die Singdrossel, morgen meinen.

13.03.2026

Die Bilder beweisen ganz eindeutig, auch damals gab es schon Fotos und sie wohl auch.

12.03.2026

Im Gulaschtopf sitzen und die Klischees ausschwitzen.

11.03.2026

Das aus Ähren geformte Peace Symbol im Fenster von Zeit für Brot will ein Zeichen setzen, dass jetzt mal ein Zeichen gesetzt wurde. Ein ästhetisiertes Vollkornzeichen, um mit der Tüte im Arm rüber zu Linder einmal tief zu seufzen.