19.01.2021

Natürlich war das mit dem Flow etwas gelogen. Zumindest war damit keine Arbeit gemeint. Eigentlich war ich nach den Nachrichten, den Mails und der Wäsche zurück ins Bett gegangen, um die letzten Kapitel des Romans zu lesen, aber das kann ich natürlich niemanden erzählen – Vormittags an einem Werktag. Da muss man irgendetwas tun, um seine Pause zu verdienen.

18.01.2021

Das doppelte So-Sein und das gegenseitige Zögern kürzen sich weg und es bleiben zwei Achsen und die Verantwortung für den Moment. Das Bild macht mir auch etwas Angst, muss ich gestehen. Versteh das bitte nicht falsch. Der Grund für mein Unbehagen ist der Verfremdungseffekt, der Anblick des eigenen, archaisch entstellen Körpers, die uneindeutigen Posen und schweigenden Gesichter; dazu auch noch unbemerkt fotografiert. Das Bild lädt sich beim Betrachten mit Bedeutung auf. Dieses Unheimliche hat also einen Grund, aber in dem Sinn keine Bedeutung. Aber auf einer anderen, vielleicht poetisch-romantischeren Ebene liegt da noch etwas anderes in dem Bild, was nur so nach Bedeutung brüllt, aber sich nicht ebenso erklären oder entschlüsseln lässt. Ich kann es selber nur auf Umwegen zum Ausdruck bringen. Dieser Überschusssinn fasziniert und beunruhigt mich. Dieses Foto behauptet uns zu zeigen und ein Abbild der Wirklichkeit zu sein, und trotzdem kann ich es nicht verstehen, sondern nur erleben. Das macht mich nachdenklich und melancholisch; ich bin von seiner Macht eingeschüchtert, nicht von uns.

17.01.2021

Ländereien verpflichten. Wenn es die falsche Jahreszeit für Schafherde und Aufsitzrasenmäher ist, dann wenigstens doch mit Laubharke und Kehrbesen im Sonntag rumstocher. Es könnte ja doch noch ein nasser Frost kommen und dann ist jeder Dreck in den Fugen Beihilfe zum Mord.

16.01.2021

Eine Stunde Joggen
Eine Stunde Fahrrad fahren
Zwei Stunden Bodypainting

15.01.2021

Die küchenpsychologische Erkundung des zur beliebten Anekdote gewordenen und selbstverstärkenden Traumas von Gerichten bei denen sich jeder das so zusammenstellen kann, wie sie mag.

14.01.2021

Unter der Maske sieht niemand deinen Herpes und die Essensreste im Bart. Dabei müsstest du dir den eigentlich abrasieren, damit die FFP2-Maske regelkonform sitzt. Musste Hitler nicht seinen großen Kaiserschnauzer stutzen, damit er im Ersten Weltkrieg unter die Gasmaske passte? Die Geschichte wiederholt sich schon zur Genüge. Nein, danke.

13.01.2021

In den letzten Tagen träume ich viel. Jaja, ich weiß, man träumt jede Nacht, aber kann sich nicht immer dran erinnern. In den letzten Tagen kann ich mich immer an meine Träume erinnern. Das ist sehr ungewöhnlich für mich. Einmal alle ein, zwei Wochen, das wäre für mich normal, aber doch nicht jede Nacht. Wie anstrengend immer so viel zu erleben. Im Internet behaupten sie, dass während Corona mehr geträumt wird, weil die Menschen ohne Arbeitsweg morgens noch mal einschlafen, bevor sie aufstehen. Und das durch den Stress mehr verarbeitet werden muss. Aber beides trifft in meinem Fall ja nicht zu. Die vergangene Woche hatte genauso viel Virus und Stress wie die davor. Bleibt nur noch eine logische Erklärung: Eine Hexe versucht nachts in mein Unterbewusstsein einzudringen und dieses versucht sie mit Träumen abzulenken. Die Frage ist jetzt nur, worauf es die Hexe abgesehen hat. Es zu wissen würde ja heißen, die Sache der Hexe auf dem Silbertablett zu servieren, denn bestimmt auch diesen Gedanken werde ich ja im Traum verarbeiten.