Manchmal frage ich mich ja, wofür ich jeden Tag meditiere. Ich kann noch immer nicht über dem Boden schweben und schon gar nicht im Lotossitz, und ich rede auch immer noch ständig drauf los, ohne vorher nachzudenken, oder merke zu spät, dass ich eigentlich nur Hunger aber. Aber dann bekomme ich Schluckauf, weil die Nudelsoße zu scharf war oder weil ich hinterhältig gekitzelt werde und dann konzentriere ich mich auf meine Körpermitte, atme den davon und fühle mich für ein paar Minuten wie ein langbärtiger Fakir.
31.12.2020
Brauchen wir Sekt? Es gibt doch eh nichts zum Anstoßen und ab 14 Uhr darf kein Alkohol mehr verkauft werden. Ne, dann nicht. Tee und die restlichen Plätzchen. Das reicht.
30.12.2020
Sorgenbauschmerzen sind ja prinzipiell ja erst mal etwas gutes, denn scheinbar bin ich nicht nur physisch, sondern auch psychisch lebendig und zu körperlichen Reaktionen auf emotionale Vorgänge im Affenhirn fähig. Außerdem kann ich mich ja nur um jemanden sorgen, wenn da eine gewisse Grundsympathie, man könnte auch sagen Zuneigung vorhanden ist. Auch gut. Nur dieser eine Zweifel verunsichert mich. Nämlich das diese Sorge sich vielleicht doch nicht auf das Gegenüber richtet, sondern doch eigentlich auf mich. Verlustangst statt Mitgefühl quasi. Da ist der Bauch wieder sehr ungenau und schon der Gedanke an die Möglichkeit lässt Zweifel an der Baucherfahrung aufkommen. Die lauernde Verkopplung von „es spüre, geht dir nicht gut “ und „habe ich etwas falsch gemacht?“, macht sich breit und verschleiert, worum es in dem Moment eigentlich geht: nicht mich.
29.12.2020
Architekturshaming mit G. zur Heimatverarbeitung, aber sie ist härter, vielleicht weil ich kurz vor dem Spaziergang noch Streulicht von Deniz Ohde fertig gelesen habe. Mit dem Roman habe ich schon genügend Tritte ausgehalten, um jetzt selber treten zu können.
28.12.2020
Raclette ohne den Rand vom Käse abzuschneiden. Punk lebt oder das Ende ist nah.
27.12.2020
- Die Entscheidung die Dinge zu verwandeln und nicht auf sich beruhen zu lassen; handeln (Kunst), dass sich selbst nicht genug ist.
- In der deutschen Wikipedia wird das Album Thick as a Brick von Jethro Tull „wegen seines durchgehenden textlichen Zusammenhangs“ als Konzeptalbum beschrieben. In der englischen Wikipedia hingegen als Parodie eines Prog-Rock Konzeptalbums.
26.12.2020
Es beginnt der Stillstand zwischen den Jahren. Die verregneten Sofatage, früher mal Schnee.