Hömma, die Welt zu zeigen ist schön und sie durch begeisterte Augen zu sehen macht glücklich, aber dat is halt auch anstrengend.
02.07.2020
Ich bin ein sanftes Blümchen. Schon die Ahnung eines Konflikts und einer fehlenden Aufgabenliste für den Vorabend reichen aus, dass ich statt Sport zu machen, vom eigenen leeren Kopf überfordert mit Eis und Weingummis spazieren gehe. Und körperlich ist es nicht viel anders, auch wenn das Bäuchlein etwas anderes erzählt. Kaum sitze ich ein paar Minuten im Handy versunken auf dem Klo (mehr als ein paar Minuten können es ja gar nicht gewesen sein!), da schlafen mir die Füße schon so sehr ein, dass ich mich vom Klo rollen muss, um wie eine umgedrehte Schildkröte strampelnd auf dem Boden die Hose wieder anzuziehen und liegend zu warten, bis ich wieder stehen kann.
01.07.2020
Den Einstieg ohne das Ankommen zu versuchen kann ja nur schiefgehen. Dafür erlebe ich aber einen magischen Moment an der Siegessäule, der daraufhin aber gleich wieder von Attila Hildmanns Demo kaputtgemacht wird.
30.06.2020
Wieder ins eigene Bett mogeln.
29.06.2020
Wunden lecken, Muskelkater streicheln und am Abend am über die Ufer getretenen Fluss, erst fremd erscheinende Gesichter wieder ins Herz schlüpfen lassen.
28.06.2020
Um den Drachensee, über die Scharte ins Tajatör, um den Gipfel herum, über Felsen, Schnee- und Geröllfelder, Bergblumenwiesen, Murmeltierhügel, vorbei an Ziegen und dem ersten Blick in ein Tal mit menschengemachten, zurück in den Wald, zu den Kühen und Skipisten, bis zum Parkplatz und zur Eisdiele im Dorf. Nach München, zum Grill, ins Bett.
27.06.2020
Bergausflug in Turnschuhen. Wenn die Alpen doch nicht so hoch wären. Von München mit dem Auto hinter die Zugspitze nach Österreich und da den Berg hinauf bis zur Coburger Hütte.
Spannende Haut in der Mittagssonne (Sonnencreme, Wind, Schweiß, Wasser, Öl, Bier), in den Bergsee springen, noch am Morgen gebackenes Brot, Geburtstagskuchen, ein schweres Gewitter, das die Hütte verschluckt, die Abendsonne nach dem Sturm, die Felswände durch den mitgebrachten Rotwein betrachtet, glücklich erschöpfte Gesichter beim Abendessen, die Tisch getrennt durch Plexiglasscheiben, aber trotzdem alle eng beisammen. Die Rahmen der Trennscheiben sind das einzige helle Holz im Raum. Sind die Balken, die Tische, die Decken und die Wände vielleicht gar nicht geölt, sondern von über hundert Jahren Müdigkeit im Raum dunkel und schwer geworden?
Nach dem Essen für ein paar Minuten ins Notizbuch zurückziehen, während die anderen schon die Karten mischen.