24.02.2020

  1. „Viele Bürger der UdSSR haben geweint, als Stalin starb. Das ist mein Go-To-Beispiel für: Die Angst vor Unbekanntem ist immer größer als selbst die vor erwiesen Grauenhaftem.“ (@maltewelding zur Panik vor dem Coronavirus)
  2. „Das Bürgertum der Weimarer Republik glaubte sich von Kommunisten und Faschisten bedroht. Aber wenn du die Bürgerlichen vor die Wahl stellst: Privilegien aufgeben oder die Welt in Brand stecken, dann verlass dich nicht auf sie.“ (@mspro [paraphrasiert] zur AfD/CDU nach Hanau)

Bedingt durch den Medienwandel begegnen uns heute mehr Manifestationen des Unbekannten und Äußerungen von Hilflosigkeit gegenüber diesem als früher. Aber gibt es dadurch ingesamt mehr Angst vor dem Unbekannten als vor der ([{Hyper-}Spät-]Post-)Moderne?

23.02.2020

Die Sorte zahmer Kopfschmerzen, bei der man den ganzen Tag YouTube-Videos gucken kann aber nicht masturbieren. Schlimmer Sonntag.

22.02.2020

Tempelhof gilt schon als Fernbeziehung.

21.02.2020

Die verkürzte These: Was man nicht jetzt macht, macht man nie. Es gibt Gründe, warum man manche Sachen nicht jetzt machen kann (Spitzes Jetzt: Es ist spät und ich schreibe das hier müde im Bett. Stumpfes Jetzt: In den nächsten Wochen kriege ich wohl keine Arena mit Menschen gefüllt, die mich sehen wollen.), aber man kann sich allen Sachen zumindest jetzt annähern. Dadurch verlieren sie in ihrem Idealzustand nicht an Wert. Manchmal ist diese Annäherung notwendig um die Sache überhaupt irgendwann machen zu können und manchmal ist die Annäherung schon genug um Morgen eine andere Sache nicht ins Nie zu vertagen. Außerdem sind, wenn wir alt sind, sowieso alle Sozialsysteme kollabiert/privatisiert und wir müssen am Krückstock im Widerstand kämpfen.

Die noch weiter verkürzte Schlussfolgerung: Mehr Tanzen, mehr spielen, mehr Sex. Und zwar jetzt.

20.02.2020

Über 500 Rechtsextremisten werden in Deutschland per Haftbefehl gesucht. In Filmen über den „deutschen Herbst“ spielen Razzien, Fahndungsplakate und Sondersendungen nach der Tagesschau immer eine große Rolle. Just sayin‘.

19.02.2020

WENN es in der Gegenwart keinen Ort und keine Praktiken für die negativen Gefühle gibt, die uns unsere Kultur positiver Emotionen nicht erlaubt¹, INWIEFERN können Streamer:innen, Podcaster:innen und ihre heimeligen² Communities dann als Reaktion darauf verstanden werden und wie könnte ihre Gefühlsarbeit³ unter dieser Bedingungen dann gestaltet werden (ohne dass sie dabei selber verbrennen)?

  1. „Erschöpfte Selbstverwirklichung: Das spätmoderne Individuum und die Paradoxien seiner Emotionskultur“ in Andreas Reckwitz: Das Ende der Illusionen. Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne, 2019; soweit verkürzt, dass ich mich ducken muss um der Ohrfeige auszuweichen.
  2.  Atmosphärische Intimität trotz (fernmündlicher) Distanz als Rückzug ohne die Verbindung zu verlieren. Ohne das Private kann man sich unter Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie immer noch die Haltung und Pose des Heimeligen annehmen und den Verlust des Normalen mit Instagramfiltern zur Ästhetik erklären.
  3. ???

 

18.02.2020

Als Teenager wurde ich von meiner Flötenlehrerin mal mit Heath Ledger in A Knight’s Tale (Ritter aus Leidenschaft, 2001) verglichen. Daran musste ich heute denken, als mir die Frisörin den Spiegel hinhielt: „Ist die Länge so in Ordnung?“ – „Äh.. ja.. ne.. top.. super. Danke.“