Alle Empathie schon aufgebraucht, stocher ich, als M. beim Abendessen zu weinen beginnt, nur genervt und wütend im Salat. Wie leergesorgt fühlt es sich an, als würde mir der Ort genommen, an dem ich Rücksicht tanke.
16.02.2020
Beim ersten Mal war ich vielleicht beeindruckter und die Aufführung war noch etwas intimer, aber auch dieses Mal bin ich albern verzaubert durch den Abend gewankt. Trotzleichtigkeit gegen die Tränen von L.
So lange ist das jetzt schon her?
15.02.2020
Wir haben die Sauna und den Strand mit nach Hause genommen, die Haare riechen nach Rauch und wenn wir uns bei den Zehen greifen knirscht der Sand. Das Fenster weit geöffnet können wir den blauen Himmel und die Reflexion der Sonne auf dem Haus gegenüber sehen, nur aufstehen können wir nicht. Dafür ist die Decke zu warm und schwer und der Magen zu voll und wir müssten etwas verändern wollen an dem wie es ist.
14.02.2020
Ein treudoofer Hund und ein eitler, schnurrender Kater sitzen beisammen und essen Baklava… der Rest des Witzes geht in vollgefressenem Stöhnen unter.
13.02.2020
Das erhabene Konkrete und das bescheidene Abstrakte tritt weitaus öfter in der umgekehrten Kombination auf. (Leider. Aber alles nur auf eine Karte zu setzen ist auch tückisch, so verlockend es auch sein mag. Es verkopft oder verfußt.) In Kunstkontexten oft gekennzeichnet durch die Angst vor dem Witz – man könnte ja mit der Behauptung, Kunst zu veranstalten nicht Ernst genommen werden. Und was bleibt dann schon noch.
12.02.2020
Ich war beim Discountoptiker, um meine Sehstärke testen zu lassen, weil ich in der letzten Zeit Abends manchmal Kopfschmerzen hinter der Augenbrauen hatte. (Außerdem habe ich immer noch keine Sonnenbrille.) Ich war beim Drogeriemarkt, zu dem ich gehe, wenn ich mich zu dick für Frustessen fühle, um entwickelte Fotos abzuholen. Ich war im drei Second Hand Läden, um die vorletzte passende Hose zu ersetzen, die mir am Abend zuvor unter lautem Aufschrei des Stoffs gerissen war. Meine Augen haben sich in den letzten Jahren kaum verändert und den Einbau neuer Gläser würde das alte Gestell vielleicht nicht überleben, die Bilder waren noch nicht da und keine der Hosen hat mir gepasst.
Den Rest des Tages dann damit gehadert, wie sehr ich Abschnitte aus alten Hausarbeiten ändern muss, um sie mit gutem Gewissen beim gleichen Prüfer als Teil der Masterarbeit einreichen kann.