Ich bin nicht ehrlich, sondern übergehe vergesse nur oft die Gefühle der Anderen und kann insgesamt Dinge schlecht behalten. Nicht verwechseln. Die zweite Eigenschaft macht die Vorweihnachtszeit besonders schwierig. Der Druck etwas nicht erzählen zu dürfen, kann nämlich ähnlich quälend lustvoll sein wie dringend Kacken zu müssen. Eine ungewollte seelische Prostatamassage. Je präsenter der Druck, desto befreiender die Erlösung. Nur zu blöd, wenn man nicht weiß, was man Schenken und wann man diese bisher ausbleibenden Ideen umsetzen soll. Stattdessen also aus saisonaler Gewohnheit der heimliche Wunsch, etwas verheimlichen zu müssen.
06.12.2019
05.12.2019
Harmontown (2012 – 2019)
Dan Harmon hat seinen Narzissmus auf eine Bühne geworfen, großartige Menschen um sich geschart, Mikros laufen lassen und dann geschaut was passiert. Wenn die Show irgendwie weitergehen muss, warum dann keine Show daraus machen. Vor Live-Publikum, jede Woche, für zwei Stunden. Irgendwie auch ein amerikanischer Gegenendentwurf zum Model Schlingensief. Ein Podcast, der für die 2010er steht und für alles, was ich an Podcasts liebe: Intimität, Improvisation, Witz und Raum für Umwege und Abschweifungen durch die Gegenwartskultur. – Drive fast and take chances ist Traum und Warnung. Was bin ich bereit für die 2020er zu riskieren?
04.12.2019
Kurz nach dem Aufgang des Sternenhimmels im Zeiss-Großplanetarium und nur einen Moment nach der Entfernung der Rührungstränen, aber noch vor dem Flug durch das Universum gelernt: Das Sternbild „Kleiner Hund“ besteht vor allem aus dem Stern Prokyon. Aus dem altgriechischen übersetzt bedeutet so viel wie „der vor dem Hund kommt“, was wie ein Indianername klingt, aber sich eigentlich nur auf Sirius („Großer Hund“) bezieht. Prokyon ist schon früher im Jahr als Sirius am Himmel zu entdecken und war vor allem im antiken Ägypten ein wichtiges Indiz für die nahende Nilflut.
03.12.2019
Weiter am Dokument basteln, das ich mit großem emotionalem Sicherheitsabstand als Annäherungen an ein Exposé durch die Umrundung von Momenten gespeichert habe. Was das schlimmste wäre, was passieren könnte? Dass ich Morgen in den Augen des Betreuers seine Langeweile und Enttäuschung darüber entdecke, in welche Richtung sich das Vorhaben entwickelt. Dafür verachtet zu werden, wie viele leere Sätze ich brauche, um zu sagen, dass ich mir eigentlich klare Ansagen wünsche, auch wenn ich mir das nur schwer eingestehen kann. Aber unausgesprochene Erwartungen – die erdachten – sind halt die Schlimmsten. Ich wäre auch lieber der Typ, der vor dem leeren Blatt aufblüht. Für echte Großtheorien arbeite ich einfach zu unstrukturiert.
02.12.2019
Ein Hausfrauenleben* inklusive des „du warst doch den ganzen Tag zu Hause“-Kommentars und deshalb noch ermüdender.
* Verwendung als satirische Aneignung eines historischen Begriffs und nicht als normative Beschreibung.
01.12.2019
Im Keller (2014) & Spider-Man: Into the Spider-Verse (2018)
30.11.2019
Wir spazieren vollgestopft (Sandwichmaker/Hummus/Obstsalat/Brownies) auf dem Mauerweg von S-Lichtenrade nach S-Osdorfer Straße. Ein Streifen junger Bäume trennt die Wohnsiedlungen (Berlin) vom Feld (Brandenburg). Ist ja praktisch, denke ich, dass die Mauer auf einen Grünstreifen gebaut wurde. Später gibt es dann Knödel mit Pilzrahmgeschnetzeltem (vegan) gegen durchgefrorene Nasen und dann den Motivationstrainer und kleine Drinks. Zusammen eingeschlafen.