20.07.2018

Kapila sagt:

Ein Videolehrer sieht nicht deine Sehnen.

Also doch wieder eine Frage der Ko-Präsenz. Nur mit halber Resonanz. Klingend, sogar mitschwingend, aber ohne Plancksches Wirkungsquantum.

19.07.2018

Die Frage:
Was ist Resonanz?

Die eigentliche Frage:
Was müssen wir zum Semesterende abgeben?

Die eigentliche Frage:
Welche auf die Verortung von Körperlichkeit bezogenen Präsenzeffekte fallen bei Beschreibungen von positiven, digitalen und sozialen Erlebnissen auf?

Die eigentliche Frage: 
Wie inszeniert/konstruiert man (digitale) Räume, in denen Resonanzerlebnisse wahrscheinlicher werden.

Die eigentliche Frage:
Was sind ästhetische Strategien zur Erzeugung mediatisierter Unmittelbarkeit?

Die eigentliche Frage:
Wie begegnen wir der Zukunft?

18.07.2018

Gedanke 1: Lärm ist nicht gewollter Schall. Er ist immer negativ. Damit ist er das genaue Gegenteil von Stille. Aber ab hier nuschelt die Sprache. Schall ist an sich zwar eine objektive Größe, die Beurteilung der Schallereignisse ist aber immer subjektiv. Es gibt genau so eine messbare akustische Umweltverschmutzung und Gefährdung von Ökosystemen durch Schall, wie das man sagen kann, dass Lärm nur im Kopf entsteht. Nur können wir den Tieren und Pflanzen nicht beibringen die Stille in sich zu finden.

Gedanke 2: Zum Semesterende hilft nur noch ein produktiv, nihilistischer Pragmatismus, der sich selber seine Unzulänglichkeiten verzeiht, ostentativ das absurde und schöne betont und dabei immer das Funkeln am Horizont im Auge behält. Und Schokoladeneis natürlich.

17.07.2018

Schleifenstrukturen. Als Aushang vor den Räumen des Fachbereichs Gestaltung des bewegten Bildes und im Kopf.

16.07.2018

Ausgebrannt, wie nach einer langen Nacht, nur mit Pfannkuchen, Melone und Käse anstelle kleiner, bunter Pillen notiere ich zynisch-naiv, die Flucht verherrlichend in das schwarze Buch mit den Stickern:

Ich sein kann so quälend sein, denn ich will alles auf dich werfen. Auf uns. Grund und Lösung für mein Leiden. Für mein Lachen. Dann brauch ich das Ich nicht mehr. Grund und Lösung und kein Ich.

Aber warum kann ich denn nicht einfach mal nur erschöpft sein? Warum muss es immer gleich so existentiell werden?

15.07.2018

Schweißtreibende Nichtstun.

14.07.2018

Mit einem Korb voller Tropenfrüchte stehe ich vor den Eiern und grübele dem schlechten Gewissen vom Frühstück hinterher: Soll ich besser die Bio-Eier, oder die Alnatura-Eier nehmen? Die vielen Siegel sehen alle gleich beeindruckend, nachhaltig und klimafreundlich aus, aber der Karton der Alnatura-Eier ist schlammfarben und hat das schönere Logo. Dazu noch in beruhigenden Reformhausfarben. Die Verpackung sieht aus, als hätte sich jemand beim Sammeln der Eier besonders viel Zeit gelassen und dann noch eine Weile mit einem Kräutertee einfach nur so am Rand der Wiese gestanden und glücklich die Hühner beobachtet. Naturromantik und Natürlichkeitsfantasien kosten allerdings einen Euro extra. Für einen Ablassbrief aber immer noch zu billig…

Während ich noch in Gedanken versunken auf die Eier starre, greift neben mir eine ältere Frau zielsicher zu drei 10er-Packungen aus Bodenhaltung vom untersten Regal und schiebt ihren Einkaufswagen weiter in Richtung Tiefkühlgemüse. Im Alltag fehlen leider oft die Pointen.