20.04.2018

Herzlichen Glückwunsch und mein Beileid, wir sehen uns dann beim Abendessen nach der Podiumsdiskussion wieder. Du als Staatssekretärin und ich als europäischer Intellektueller, denn wer groß träumt, schläft tiefer.

Das sollte uns beide außerdem für eine Weile beschäftigt halten. Zumindest Französisch muss ich dafür nämlich noch lernen.

19.04.2018

Zwischen dem Landwehrkanal und den Hyänen.
Zwischen der Böschung und einem Zaun.

18.04.2018

„Who remembers playing with these as a kid? <3“

Die in diesem Meme referenzierte und selber zum Meme gewordene 90er-Nostalgie hat weniger mit dem tatsächlich Vergangenen zu tun, als mit einer imaginären Vergangenheit, die unsere Ängste um die Gegenwart besänftigt. Im Bild klingen die Artefakte seiner Bewegung durch die sozialen Medien nach. Es schwingt.

17.04.2018

A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again (David Foster Wallace [Frühstückstisch und Bett {„Großartig detailverliebter Exzessekel auf hoher See.“}]) , Der kurze Brief zum langen Abschied (Peter Handke [Tiergarten {„Was will der damit? Egal. Es funktioniert.“}]) und verschiedene Aufsätze aus Resonanz. Potentiale einer akustischen Figur (Hrsg. v. Karten Lichau, Viktoria Tkaczyk und Rebecca Wolf [Bibliothek{„Was produziert den Eindruck antisemiotisch-ereignishafter Unmittelbarkeit?“}]).

16.04.2018

Anscheinend war ich nervös. („Mein Bruder meinte heute Mittag schon, dass du komisch drauf bist.“) Vielleicht sogar sehr. Aber nicht wegen der Übungen, sondern wegen des ganzen Drumherums. Den drängenden An- und Abwesenheiten. Und natürlich war die Nervosität unbegründet, denn was mich schließlich aus der Bahn warf, war genau das etwas ganz anderes:

15.04.2018

Volkspark Rehberge: Ich lese die letzte Seite der Erzählung („[…] sie drehte sich nicht um, sie blieb stehen, und es dauerte eine ganze Weile, bis sie die Straße überqueren konnte.“) und schon wenige Sekunden später scrolle ich durch unseren den Nachrichtenverlauf. Jede angespannte Sehne in meinem Körper will tippen: „Du fehlst mir so sehr“. Aber ich bin vernünftig und weine, um zwischen den Familien nicht aufzufallen, leise auf Türkisch weiter. – „Warten die Hoffnung loszuwerden“, hast du hat sie geschrieben. Dann fange ich mal an zu warten.

14.04.2018

Ich stehe mit einer Seifenblasenpfeife (Modell „Max Frisch“) im Mundwinkel am Rand der Kreuzung und beobachte den sich langsam auflösenden Demonstrationszug. Am Potsdamer Platz hatten wir noch frierend im Regen gestanden. Zwei Stunden später fühlt sich meine Nase eher nach einem Sonnenbrand an. Weil ich mit Seifenblasen beschäftigt bin, muss ich mich nicht unterhalten und freue mich stattdessen über die neidischen Kinder und lächelnden jungen Frauen. Ich fürchte frage mich, wie viele Personen ich hier wohl kenne, aber versuche nicht zu suchend in die Menge zu starren.