15.08.2017

Zwischen Sittlichkeit und Toleranz-Paradoxon die Frage:

Vielleicht verbringe ich zu viel Zeit mit dem Versuch zu begreifen und zu wenig damit zu verhindern, dass die Platte – die nicht auf dem Plattenspieler X gespielt werden kann  – den Apparat zerstört?

14.08.2017

Ich habe mich immer gefragt, wie Füße irgendwann so aussehen können wie die meines Vaters. Ob es da eine Abzweigung gibt, die man nicht verpassen darf. Heute betrachte ich meine Zehen, denke an den letzten Sommer zurück und verstehe das mit dem Erwachsen werden plötzlich besser. Hornhaut ist mehr als eine Metapher.

13.08.2017

d14: Kuratoren-Kunst(?)

Museum für Sepulkralkultur
Grimmwelt Kassel und Weinberg-Terrassen
Neue Galerie

 

12.08.2017

d14: Postkolonialismus-Kunst(?)

Naturkundemuseum im Otteneum
Ehemaliger unterirdischer Bahnhof
Neue Neue Galerie
Stadtmuseum Kassel

11.08.2017

d14: Offizielle-Kunst(?)

Friedrichsplatz
Königsplatz
Presse und Informationszentrum
Torwache
Karlsaue

10.08.2017

Von Neukölln (Sommer) zum Hauptbahnhof (Spätsommer) nach Hannover (Früherbst) nach Kassel-Wilhelmshöhe (Herbst) nach Harleshausen (Spätherbst). Mit dem Regen nehmen auch die architektonische Abfälligkeiten zu und die sozialen Abgrenzungshecken wachsen. Es wäre vernünftig schön allen Neid und alle Ängste mit den Fragen, die ich nicht beantworten will oder kann im Ofen zu verfeuern oder gleich in der Innenstadt auszustellen. Ja, das gehört zur documenta. Ganz richtig, Kapitalismus-/Globalisierungskritik. Die Fluchtbiografie des Künstlers.

Existenzielle Fragen: Warum sehen die eingelagerten Bettbezüge mittelständischer Familien im Licht einer Raufaserschräge eigentlich alle gleich aus? Ab wie vielen Waschgängen fühlt sich Stoff so an? Und die eigentliche Frage: Was will uns die Geschichte vom Waschbären sagen, der zum Islam konvertierte? (Außer: Ich habe die Wette gewonnen!) Um zu konvertieren muss man doch schon an etwas glauben. Matthäus 25:35 gilt wohl nicht für Waschbären.

09.08.2017

Ich lese. Vor:

[…], das lange Haar – ich erinnere junge Leute daran, daß vor dreißig Jahren außer ein paar Dutzend russischer Studentinnen jede Frau Europas ihr Haar bis zu den Hüften entrollen konnte – von einer täglich berufenen Friseuse mit einer Legion von Haarnadeln, Spangen und Kämmen unter Zuhilfenahme von Brennschere und Lockenwicklern gekräuselt, gelegt, gebürstet, gestrichen, getürmt werden, ehe man sie mit den Zwiebelschalen von Unterröcken, Kamisolen, Jacken und Jäckchen so lange umbaute und gewandete, bis der letzte Rest ihrer fraulichen und persönlichen Formen völlig verschwunden war. Aber dieser Unsinn hatte seinen geheimen Sinn.

Stefan Zweig: Die Welt von Gestern (1942)