07.03.2019

Paraphrasiertes Gedächtnisprotokoll:

„Ey, du verführerische Wildkatzendompteurin. Warum meinst du gucken die Leute uns hinterher? Weil wir beide so groß sind? Weil ich mich bei dir eingehakt habe? Weil unsere Laune so viel Platz auf dem Bürgersteig einnimmt? Oder weil wir beide so verdammt heiß aussehen?“

„Realistischerweise letzteres, du wohlfrisiertes Baumkänguru.“

„Dann müssen wir für’s Gleichgewicht jetzt dringend Eis essen gehen!“

06.03.2019

Fangfrage auf dem Weg ins Bett: Womit lässt sich 2010 bei der Architekturbiennale in Venedig punkten?

Äh – also wie wär’s mit – mmh – vielleicht Think global, act local, aber mehr so auf Identität und Klimawandel bezogen – also Glokalisierung irgendwie – anstelle der Stadt/Land Dichotomie – mehr als parallel existierendes Spektrum – als Richtung also -und was das dann für’s Bauen heißt – so Hyperlokal und trotzdem Global –  so für die Menschen und die Materialien – nicht nur im urbanen oder ländlichen Raum – beides verzahnt irgendwie – sowas vielleicht?

05.03.2019

Gemeinsam aufgewacht und Zuversicht an der warmen Stelle unter dem Ohr getankt. Ich hüpfe aus dem Bett, sie kriecht. So unterschiedlich kann es sich anfühlen, vollkommen unvollkommen zu sein. Ich mache Haferbrei und koffeinierten Milchschaum, sie erzählt. Zwei liebenswerte Menschen am Dienstagmorgen, die sich gegenseitig die Schatten von den Schultern pusten. Beide auf einer ähnlichen Reise mit ähnlichen Etappen und irgendwie auch zusammen, aber in anderer Reihenfolge und auf anderen Wegen und doch voneinander getrennt. Das führt zu Verwirrungen, zu Zweifeln und zu Orientierungslosigkeit. Da kann ich mir noch so oft einreden, dass es um den Weg geht, und zwar den eigenen und nicht um den Vergleich. Aber es ist zu verlockend. Die Zahl der beschreibenden Wörter, die mir als nachahmender Affe zur Verfügung stehen, ist endlich. Die Angst vor der Ungewissheit zu groß. Erst im Spiegelbild des Anderen wird mir der Blick ins Ich aufgezwungen. Aber ein Spiegel hält nur sein eigenes Gewicht und in einer Version des Mythos ertrinkt Narziss im See. Obacht. Und alles notieren.

04.03.2019

Annegret Kramp-Karrenbauer macht bei einer Karnevalssitzung einen Witz über die Berliner Männer der „Latte Macchiato“-Generation, die nicht wissen, ob sie beim „Pinkeln“ noch stehen dürfen oder schon sitzen müssen. Als sitzender Milchkaffeemann beobachte ich solche Rückzugskämpfe schulterzuckend aus der fernen Gegenwart. Zwar mit Tränen in den Augen, aber die könnten auch vom leichten Schüttelfrost kommen.

 

03.03.2019

Ich revidiere: tausche milde Erkrankung gegen sanfte Kränkung.

02.03.2019

Lieber krank als gekränkt.

01.03.2019

Unsere „Jetzt bloß nicht krank werden“-Teemischung vereint die heilsame Wirkkraft von Ingwer, Honig, Zitrone, Beruhigungstee und Non-Dairy Chocolate Fudge Brownie Icecream in einer Tasse wohltuender Entspannung. Jetzt auch im Recyclingbeutel.