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05.03.2019

Gemeinsam aufgewacht und Zuversicht an der warmen Stelle unter dem Ohr getankt. Ich hüpfe aus dem Bett, sie kriecht. So unterschiedlich kann es sich anfühlen, vollkommen unvollkommen zu sein. Ich mache Haferbrei und koffeinierten Milchschaum, sie erzählt. Zwei liebenswerte Menschen am Dienstagmorgen, die sich gegenseitig die Schatten von den Schultern pusten. Beide auf einer ähnlichen Reise mit ähnlichen Etappen und irgendwie auch zusammen, aber in anderer Reihenfolge und auf anderen Wegen und doch voneinander getrennt. Das führt zu Verwirrungen, zu Zweifeln und zu Orientierungslosigkeit. Da kann ich mir noch so oft einreden, dass es um den Weg geht, und zwar den eigenen und nicht um den Vergleich. Aber es ist zu verlockend. Die Zahl der beschreibenden Wörter, die mir als nachahmender Affe zur Verfügung stehen, ist endlich. Die Angst vor der Ungewissheit zu groß. Erst im Spiegelbild des Anderen wird mir der Blick ins Ich aufgezwungen. Aber ein Spiegel hält nur sein eigenes Gewicht und in einer Version des Mythos ertrinkt Narziss im See. Obacht. Und alles notieren.

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